Die Vorsorgemappe in Ihrem Rathaus
Information des Kreisseniorenrates Biberach:
Übernehmen Sie selbst Verantwortung für das Ende Ihres eigenen Lebens
Meist kommt er aus heiterem Himmel: ein Notfall oder ein gesundheitlicher Zusammenbruch.
Wie schnell es gehen kann, zeigt das Beispiel von Maria. Sie war 63 Jahre alt, hatte immer gesund gelebt, Sport getrieben, stand mitten im Leben. Ohne Vorzeichen bekam sie eine Gehirnblutung und fiel ins Koma. Ihre Familienangehörigen wurden plötzlich mit Fragen konfrontiert, die alle überforderten. Wie sieht es mit einer Organspende aus? Wie lange soll Marias Leben künstlich erhalten werden? Keiner aus Marias Familie hatte das Recht, darüber zu entscheiden, wie es weitergehen soll.
Das Ausfüllen der Vorsorgemappe ist deshalb wichtiger als viele andere Besorgungen im Alltag. Seit dem Jahr 2012 sind im Landkreis Biberach 33.000 Vorsorgemappen an die Bevölkerung über die Rathäuser verteilt worden. Sind sie noch nicht dabei?
Die Vorsorgemappen enthalten zwei Hauptabschnitte:
Im ersten Abschnitt gilt es, wichtige persönliche Daten zu sichern, die dazu dienen, einen Überblick über ihre Lebenssituation, das Umfeld und die Verpflichtungen gegenüber Angehörigen und Helfern festzuhalten. So können wichtige Informationen eingetragen werden, zum Beispiel welche Angehörigen im Notfall verständigt werden müssen, welche Verpflichtungen bestehen oder wer einen Hausschlüssel besitzt, welche Abbuchungen und Daueraufträge, Versicherungen und Termine vorliegen. Welche Bestattung wird gewünscht. Bei dieser Arbeit können auch die zu Hause gelagerten Schubladen und Akten einmal gründlich durchforstet werden.
Im zweiten Abschnitt geht es um die vorsorgenden Verfügungen, die sich aufgliedern in Vorsorgevollmacht, Betreuungsverfügung und Patientenverfügung mit verständlichen rechtlichen Erläuterungen. Ohne diese Unterlagen geht in Notsituationen wertvolle Zeit - auch durch Bürokratie - verloren, verursachen Verdruss, Ärger, ja sogar Familienstress – und das im ungünstigsten Moment persönlicher Angespanntheit und Verwirrung.
Wenn der Brandfall eingetreten ist, kann keine Vorsorge mehr stattfinden.
Die Vorsorgemappe erhalten Sie gegen einen Unkostenbeitrag von 2,00 € im Rathaus Zimmer 101.
Bild zur Meldung: Die Vorsorgemappe in Ihrem Rathaus